Referat für Parabadminton

ParaBadminton World Championships 2026


Die beiden österreichischenTeilnehmer Daniel Kontsch (links) und Johann Färrer (rechts) bei der Abreise zur ParaBadminton-WM 2026 in Bahrain (Foto: ÖBV)
Österreich mit ParaBadminton-Duo bei der WM

Von 8. bis 14. Februar 2026 steht Bahrain ganz im Zeichen der BWF Para Badminton World Championships 2026. Bei den Titelkämpfen im kleinen Golf-Staat sind auch zwei österreichische AthletInnen am Start: Johann Färrer (WH1) und Daniel Kontsch (WH2) vertreten den Österreichischen Badminton Verband (ÖBV) sowohl im Einzel als auch gemeinsam im Herrendoppel. Betreut wird das Duo von ParaBadminton-Nationaltrainerin Britta Rudolf.

Nach dem ersten großen Auftritt auf internationaler Bühne – der Europameisterschaft Anfang Oktober – wollen beide Athleten wieder wertvolle Erfahrungen sammeln, gute Matches liefern und an den EM-Leistungen anknüpfen. Dort kam Johann Färrer überraschend in die K.-o.-Phase, im Herrendoppel zogen die beiden sogar ins Achtelfinale ein.

Kurze, intensive Vorbereitung

Weil die beiden Großereignisse im ParaBadminton so unmittelbar aufeinander folgten, blieb nur wenig Zeit für eine gezielte WM-Vorbereitung, führt ParaBadminton-Nationaltrainerin Britta Rudolf aus. Hinzu kamen immer wieder kleinere körperliche Probleme, insbesondere bei Johann Färrer.
„Umso wertvoller war ein gemeinsames Trainingscamp mit mehreren deutschen WM-TeilnehmerInnen, das qualitativ hochwertiges Sparring und neue Impulse brachte“, so die Trainerin.

Im Heimtraining lag der Fokus bewusst auf den individuellen Stärken der beiden Athleten, um diese weiter zu stabilisieren und gezielt auszubauen. An Schwächen wurde ebenfalls gearbeitet – allerdings aufgrund des engen Zeitfensters in geringerem Umfang.

Tagesform, Reisen und Rahmenbedingungen als Schlüsselfaktoren

Entscheidend wird sein, wie gut es gelingt, die vorhandenen spielerischen und taktischen Qualitäten im Match abzurufen.

„Großereignisse bringen naturgemäß zusätzliche Nervosität mit sich, wobei die Erfahrungen von der EM Zuversicht geben. Als zusätzlicher Faktor kommen für RollstuhlsportlerInnen die Belastungen der Anreise hinzu: lange Flugzeiten, ungewohnte Sitzpositionen sowie die Anpassung an Essen und Schlafrhythmus stellen körperlich eine besondere Herausforderung dar“, so Britta Rudolf.

Die Tage zwischen Ankunft und erstem Match stehen daher ganz im Zeichen der Regeneration, der Akklimatisierung und einer gezielten körperlichen Vorbereitung. Am Tag vor Turnierbeginn ist noch eine Trainingseinheit geplant, anschließend richtet sich der Blick gespannt auf die Auslosung.

Realistische Erwartungen – mit Blick nach vorne

Da die Auslosung zum Zeitpunkt der Abreise noch nicht feststeht, sind konkrete Prognosen schwierig. Im Einzel wird zumindest ein Sieg in der Gruppenphase als realistisch eingeschätzt. Sollte Johann Färrer in eine Vierergruppe mit passender Auslosung kommen, könnte auch ein zweiter Erfolg und damit ein mögliches Weiterkommen erreichbar sein.

Im Doppel traut Britta Rudolf dem österreichischen Duo einiges zu – vor allem aufgrund der sich gut ergänzenden Stärken:
„Hans bringt seine Qualitäten vor allem am Schläger ein, Daniel überzeugt mit ausgeprägten Rollstuhl-Skills. Gerade diese Kombination macht sie im Doppel schwer auszurechnen, zumal intensiv an der gemeinsamen Taktik gearbeitet wurde und keine offensichtliche Schwachstelle besteht.“

„Ich will eine stimmige Performance abliefern“

Johann Färrer blickt trotz körperlicher Rückschläge mit klaren Zielen auf die Weltmeisterschaft:

„Die Vorbereitung auf die Badminton-WM verlief durch intensives Training bzw. Trainingslager zunächst sehr gut. Dann bekam ich jedoch massive Rückenprobleme und konnte nicht mehr schmerzfrei spielen. Mein Ziel ist es, eine stimmige Performance abzuliefern.“

Sein Ziel sei es, so viele Punkte wie möglich zu holen, damit er sich auch künftig für Level-1-Turniere qualifiziert – dort sind die 12 besten Spieler der Weltrangliste startberechtigt. Er freue sich auf das starke TeilnehmerInnenfeld, von dem er viel lernen könne.

Daniel Kontsch geht mit Vorfreude und realistischen Erwartungen in seine erste Weltmeisterschaft:

„Dass es die erste WM für mich im Badminton ist, habe ich mir noch keine zu großen Ziele gesteckt. Ich freue mich schon auf die Spiele und möchte am Ende zufrieden mit meiner Leistung sein und alles gegeben haben. Die Vorbereitung lief ganz gut – gerade auch durch das Trainingslager in Deutschland und auch das Turnier in Kairo. In den letzten Wochen haben wir außerdem noch effektiv an meinen Schwächen arbeiten können. Am meisten freue ich mich auf die Atmosphäre und darauf, wieder die ganze Weltspitze zu treffen, von denen mittlerweile schon viele auch gute Freunde geworden sind.“

Lernen auf höchstem Niveau

Trotz der besonderen Bedeutung einer Weltmeisterschaft steht für das österreichische Team nicht der Ergebnisdruck im Vordergrund. Vielmehr soll das Turnier – wie andere internationale Starts – genutzt werden, um Erfahrungen zu sammeln, bestmöglich zu performen und wichtige Erkenntnisse für die weitere Arbeit mitzunehmen.

Der größte Unterschied zu regulären Turnieren liegt im hochklassigen TeilnehmerInnenfeld: Bei einer WM treffen die AthletInnen auch auf starke GegnerInnen, die im Jahresverlauf nur selten bei internationalen Turnieren zu sehen sind – darunter SpielerInnen aus China.

Wir wünschen den österreichischen Athleten alles Gute und viel Glück!

Kontakt

Kilian MEUSBURGER
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