15.02.2026
Diverses

BWF lässt 2026 über mögliche Änderung der Zählweise abstimmen

3×15 statt 3×21?

3×15 statt 3×21?
Spielstand 30:28 - solche Marathon-Sätze könnten bei einer Umstellung auf die 3×15 Zählweise künftig der Geschichte angehören
(Foto: badmintonphoto.com)

Im internationalen Badminton steht eine mögliche grundlegende Änderung bevor: Der Council der Badminton World Federation hat angekündigt, bei der BWF-Jahreshauptversammlung (AGM) am Samstag, 25. April 2026 in Horsens, Dänemark eine Umstellung des offiziellen Zählsystems zur Abstimmung zu bringen. Zur Entscheidung steht die Einführung des 3×15-Systems (maximal bis 21) als künftiges Standard-Scoring im Badminton.

Was steht zur Abstimmung?

Aktuell wird im internationalen Badminton im Regelfall best of three Games bis 21 gespielt (3×21). Die BWF schlägt vor, künftig best of three Games bis 15 zu spielen – mit einer erweiterten Regel für besonders knappe Spielverläufe.

Kurz erklärt: 3×15 (maximal bis 21)

  • Ein Game geht grundsätzlich bis 15 Punkte.
  • Ab dem Spielstand 14:14 wird bis zu einem Vorsprung von zwei Punkten weitergespielt – maximal jedoch bis 21 Punkte (d. h. ein Satz kann maximal 21:20 enden).
  • Es wird weiterhin best-of-3 (max. 3 Sätze) gespielt!

Warum schlägt die BWF 3×15 vor?

In den BWF-Unterlagen werden mehrere Gründe genannt, warum 3×15 als neues Standardformat vorgeschlagen wird:

  • Mehr Spannung und knappere Scores: Kürzere Games erhöhen die Wahrscheinlichkeit enger Spielstände und spannender, enger Satzfinali; die BWF verweist auf mehr Spannungsmomente im Vergleich zu anderen getesteten Formaten.
  • Schneller zu den entscheidenden Phasen: Spannende Momente am Satzende treten früher auf, was SpielerInnen, ZuschauerInnen und Broadcast-Partner stärker binden soll.
  • Kürzere und planbarere Matchdauern: Das soll die Zeitplanerstellung, Turnierabläufe und TV-Planung erleichtern und gleichzeitig die Belastung besser steuerbar machen.
  • Vorteile für mehrere Gruppen: Genannt werden u. a. SpielerInnen-Wohl, weniger Ermüdung bei Technischen Offiziellen sowie eine dynamischere Präsentation für Fans und VeranstalterInnen.

Eine kompakte Übersicht zu den Argumenten liefert auch die BWF-Infografik (siehe Linkbox).

Was sagt die Datenanalyse der BWF?

Die BWF beschreibt eine mehrjährige Evaluierung, die statistische Auswertung, praktische Tests sowie Feedback aus der Badminton-Community kombiniert. In der Analyse wurden u. a. Matchdaten aus Turnieren der BWF World Tour sowie BWF Major Championships aus den Jahren 2014–2024 herangezogen und unterschiedliche Formate miteinander verglichen. Als Kernaussage wird festgehalten, dass 3×15 (mit Setting bis maximal 21) aus Sicht der BWF die beste Balance zwischen Spannung, Fairness und Matchdauer bieten soll.

Testphase und Stimmen aus der BWF

Das 3×15-System war laut BWF Teil der „Alternative Laws of Badminton“ und wurde in ausgewählten nationalen sowie BWF-Grade-3-Turnieren getestet – ebenso bei den BWF World Junior Championships 2025.

In der offiziellen Mitteilung (erstmals veröffentlicht in Kuala Lumpur) unterstreicht BWF-Präsidentin Khunying Patama Leeswadtrakul insbesondere die Ziele Weiterentwicklung des Sports, attraktivere Matchdynamik und langfristige Nachhaltigkeit – mit Fokus auf SpielerInnen-Wohl und Turnierpräsentation.

ÖBV: Austausch im Vorfeld, Vertretung bei der Abstimmung

Der ÖBV wird die Entwicklungen eng begleiten und bereits im Vorfeld den Austausch mit Personen in unterschiedlichen Rollen – etwa SpielerInnen, TrainerInnen, Court-OfficialInnen sowie weiteren Beteiligten aus dem Wettkampf- und Turnierbetrieb – suchen, um die möglichen Auswirkungen einer Umstellung auf den österreichischen Spiel- und Wettkampfbetrieb bestmöglich einzuordnen.

Bei der BWF-Sitzung Ende April 2026 werden Wolfgang Noitz und Tina Riedl den Österreichischer Badminton Verband vertreten und in dessen Namen an der Abstimmung im Rahmen der BWF-Jahreshauptversammlung teilnehmen.

 


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