25.01.2024
National

Olympia Qualifikation: „wird nicht leicht“

Luka Wraber im Interview

Luka Wraber im Interview
(Foto: ÖOC/Michael Meindl)

Der Badmintonprofi zieht zum Jahreswechsel eine Zwischenbilanz seiner Karriere im Hinblick auf bevorstehende Herausforderungen.

Der amtierende Einzelstaatsmeister im Badminton, Luka Wraber steht vor großen Hürden bei der Qualifikation für die diesjährigen Olympischen Spiele in Paris. Bis Ende April muss Luka Wraber noch einige Plätze auf der Weltrangliste "klettern", um erneut bei den Spielen dabei zu sein. Der gebürtige Wiener Neustädter sieht das gelassen und kann sich ein Leben ohne Leistungssport noch nicht vorstellen.


Du bist mit 33 Jahren noch immer im Leistungssport aktiv. Wieviel Training verträgst du aktuell noch und wie geht es deinem Körper?

Wraber: In den letzten Jahren habe ich, gemeinsam mit den Trainern bemerkt, dass es eher zu einem Leistungsabfall kommt, wenn ich zweimal am Tag Badminton trainiere. Deshalb haben wir jetzt entschieden, dass ich zu 90 Prozent nur einmal am Tag Badminton trainiere und dann noch vier Fitness Einheiten in der Woche habe. Das funktioniert ziemlich gut. Hin und wieder machen wir es so, dass ich an einem Tag zwei Badminton Einheiten habe, aber da ist die zweite Einheit eher technisch - also nicht so intensiv, weil die Erholung einfach schlechter ist als Mitte zwanzig.


Wenn du an deine ganzen Erfolge (Olympia-Teilnahme, Mehrere Weltmeisterschaften, drei European Games und 6 Staatsmeistertitel) denkst, was war für dich persönlich der bedeutsamste Erfolg, und warum?

Wraber: Ganz klar, die Teilnahme an den Olympischen Spielen, weil das im Prinzip ein Jahrzehnt an Maximalaufwand gekostet hat. Für mich persönlich war es deshalb so viel wert, weil ich von meiner Leistung her genau an der Grenze war, ob ich es jetzt schaffe oder nicht. (...) Darum war es einfach so süß und so viel Wert.


Was treibt dich aktuell noch an, diesen Alltag zu leben? Ist es Paris 2024?

Wraber: Das ist schon ein Ziel von mir, aber es ist mir nicht mehr so wichtig wie davor und ein starker Grund, warum ich immer noch so gern spiele, ist, dass ich einfach die Entscheidung für mich getroffen habe, dass dieser Lebensstil (...) das ist, was ich will im Leben und mir schwer vorstellen kann einen Nine-to-five-Job zu haben. Und da ich immer noch extrem viel Spaß am Training habe und daran aus meiner Komfort Zone rauszugehen ist das eigentlich auch ein großer Antrieb.


Die Olympischen Spiele in Paris stehen vor der Türe: Wie schätzt du aktuell deine Chancen ein?

Wraber: Ich glaube, dass es auf jeden Fall noch realistisch ist, aber sicher nicht leicht wird. Da fallen so viele Dinge zusammen: also einerseits klar, ich werde noch ein paar richtig gute Ergebnisse erspielen müssen und dann gibt es halt so Sachen wie, dass sich mehrere Spieler im Herrendoppel und im Mixed Qualifizieren - also derselbe Spieler- dann bekommt das Herreneinzel auch wieder Plätze dazu.

Bericht: Gustav Andree


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