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2021.07.19
International

Tokyo 2020

Tokyo 2020
Luka Wraber und Trainer Krasimir Yankov sind gut in Tokio angekommen (Foto: © ÖOC)

Luka Wraber atmet tief durch. Saugt die ganze Atmosphäre auf. Lächelt. Nein, der Niederösterreicher hat nicht etwa eine Medaille gewonnen, er ist im Olympischen Dorf angekommen. Und hat sich damit einen riesengroßen Traum erfüllt.

"Die Qualifikations-Richtlinien sind ziemlich hart. Als Österreicher bei Olympia dabei zu sein, ist schon etwas. Es hätte auch um ein Haar wieder nicht gereicht", erinnert er sich an die verpasste Quali für Rio 2016. Doch diesmal hat Wraber es geschafft.

"Es ist einfach großartig. Der Flug war angenehm, im Olympischen Dorf wurden wir super in Empfang genommen. Jetzt hier zu stehen ist ganz speziell für mich", so Wraber, der nach der Ankunft am Samstag schon die ersten Trainings absolviert hat. Vorerst jedoch in der Kraftkammer: "Es geht darum, den Körper nach der Anreise in Schwung zu bringen."

Am Montag seht das erste Training in der Halle auf dem Programm. In jener Arena, wo er auch die Wettkämpfe bestreiten wird. "Wir sind dort in genau zugewiesenen Zeitslots. Da ich nur mit meinem Trainer hier bin, hoffe ich, im Training mit Spielern anderer Nationen spielen zu können."

Gespielt hat Wraber seit seiner Ankunft nur kurz - und zwar zu Show-Zwecken: Im Olympischen Dorf mit seinem Coach für Foto-Aufnahmen. "Es hat richtig Spaß gemacht, endlich wieder auf den Ball zu schlagen. Vor so einer Kulisse wie der Skyline hier habe ich noch nie gespielt, auch wenn es nur kurz und kein richtiges Training war. Obwohl, im Freien habe ich eigentlich überhaupt fast noch nie gespielt", sagt der Heeressportler. "Outdoor hat eigentlich nichts mit Badminton zu tun, wir spielen nur in der Halle. Einzig im ersten Lockdown habe ich im Garten ein bisschen gespielt ..."

Bei den Aufnahmen im Freibereich blühte Wraber dann auf und begeisterte einige Athletinnen und Athleten der anderen Nationen, die ihm auf die Füße - und Hände - sahen mit ein paar Trickshots. "Vielleicht sind ein paar ja auf den Geschmack gekommen", schmunzelt Wraber. "Es war einfach cool, das zu erleben."

Sein erstes Match in Tokio bestreitet Wraber am 24. Juli um 19:20 Uhr Ortszeit (12:20 MESZ). Gegner ist kein Geringerer als der Weltranglistenzweite Viktor Axelsen aus Dänemark. Im zweiten Gruppenspiel wird es nicht wesentlich leichter, Gegner ist dann EM-Bronzemedaillengewinner Kalle Koljonen aus Finnland. "Ich hatte 10 bis 15 Spieler auf meiner Liste, gegen die ich gerne gespielt hätte. Davon ist es leider keiner geworden, aber eine Auslosung kann man sich nicht aussuchen", analysiert der 30-Jährige seine Dreier-Gruppe und lächelt: "Eines steht fest: Ich bin der Außenseiter. Also kann ich eigentlich nur überraschen."

Sicher ist auch, dass Wraber noch lange nicht genug hat. Zwar ist er in Tokio erstmals bei Olympischen Spielen dabei, es soll aber nicht seine letzte Teilnahme bleiben. "Ich will schon noch einige Jahre spielen, hoffentlich auf Top-Level", so Wraber. Der jede Sekunde in Tokio genießt.

Bericht: ÖOC


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